Archiv für Kategorie "IT Adventures"

Klare Feindbilder

Erstellt von perdian in IT Adventures am März 11th, 2009

Es existieren ja eine nahezu unüberschauhbare Anzahl an Vorwürfen gegen Java. Die Sprache sei langsam, Oberflächen sehen (immer) schlecht aus, es lassen sich keine funktionierenden Programme entwickeln, und und und.

Natürlich alles purer Blödsinn – wie so oft liegt es eigentlich immer am Entwickler und nicht an der Sprache. Egal welche Sprache ich verwende, ich kann immer Mist bauen.

Doch wo kommen solche Gerüchte her und wie halten sie sich? In den letzten Tagen habe ich auf einer Schulung einen kleinen Einblick bekommen. Ein PLM-Programm eines großen deutschen Herstellern neigt hier und da immer wieder zu seltsamem Verhalten und schlechten Fehlermeldungen. Doch was wird uns vom Dozenten erklärt?

“Das liegt an Java”

Als Entwickler, der Ahnung von der Materie hat ist die erste Reaktion natürlich “Blödsinn”.

Doch für alle diejenigen, die aus anderen Bereichen kommt bleibt wohl die Erkenntnis “Schlechtes Programm -> muss an Java liegen”. Und so nimmt eine solche Falschinformation ihren Lauf, bis sie irgendwann von so vielen Leuten nachgeplappert wird, dass man meint es müsse doch etwas dran sein.

So schön ein klares Feindbild auch sein mag – man sollte es auch gegen den richtigen richten!

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Das geht?

Erstellt von perdian in IT Adventures am Januar 13th, 2009

Mit neuen Technologien ist das immer so eine Sache. Jeder erzählt einem, wie einfach doch dieses neue Gimmick ist, wie viel man damit machen kann, dass wir damit den Hunger in Afrika bekämpfen können, und und und…

Als jemand mit gesundem Menschenverstand filtert man sich aus dem ganzen Gesülze ein paar tatsächlich brauchbare Informationen heraus, nutzt diese und alles ist in Ordnung. Doch bei manch einer – sagen wir marketinggetriebenen Unterordnung der menschlichen Spezies scheint es genau andersherum zu laufen. Das tatsächlich wichtige ist unnötiger Ballast, der ganze Hype drumherum ist das wirklich interessante.

So geschehen vor einigen Jahren mit Wikipedia. Eine namentlich hier nicht näher bezeichnete Person X erfuhr, dass man über Wikipedia eine ganze Reihe an Informationen erhalten kann. Das Marketing-Zentrum im Großhirn lief daraufhin zur Hochform auf und sendete an alle internen und externen Empfänger nur noch eine Nachricht: “Unsere neue Webseite ist jetzt online. Maximale Verbreitung dieser Information ist anzustreben”.

Jetzt kombinieren wir die letzten beiden Punkte und die logische Schlussfolgerung drängt sich nahezu auf: Wikipedia ist die ideale Werbeplattform! Erklärungsversuche, dass so etwas plumpes in Nullkommanix durch die Community entdeckt und behoben werden würde blieben ungehört.

Letzten Endes scheiterte es an etwas ganz anderem.

Zur Änderung von Inhalten der Wikipedia muss man schließlich wissen, wie man ein Wiki bedient und mit welchen Mitteln man einen Link setzt. Zugegeben, sowas ist innerhalb von fünf Minuten entweder durch kurzes Lesen der Dokumentation oder durch pures Abgucken der bisher hinterlegten Informationen erledigt. Aber es sind eben fünf Minuten, in denen man sich mit dem “Ding”, was da vor einem liegt beschäftigen muss.

Und dafür war Person X dann scheinbar zu ungeduldig.

Tja – und so wartet die Welt noch immer…

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Irgendwas mit Computern, Teil 7

Erstellt von perdian in IT Adventures am September 24th, 2008

Es gibt schon dumme Menschen auf der Welt (es gibt auch – entgegen landläufiger Meinungen – dumme Fragen, aber das ist ein anderes Thema). Schmunzeln musste ich schon bei diesem Beitrag auf Spiegel Online.

Auf der einen Seite natürlich über die Dummheit desjenigen, der die Flüge gebucht hat. Alleine schon aus Interesse erkundige ich mich über die Zwischenstopps, Umsteigezeiten, etc. die sich durch eine Flugreise ergeben. Schon hierbei hätte auffallen müssen “Ups, von Portland nach Sydney geht es so schnell? Da muss doch etwas schief laufen”.

Was aber wieder einmal den Vogel abgeschossen hat war das Zitat der Mutter unseres Falschfliegers:

“Normalerweise kennt er sich mit Computern aus”.

Nun sollte dieser Frau vielleicht einmal jemand sagen, dass die Fähigkeit zum Bedienen eines Computers noch lange nicht sämtliche anderen geistigen Schwächen kompensiert.

Wer “Ahnung von Computern” hat kann auch heutzutage trotzdem noch Fehler machen – also Augen auf!

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Was Großmutter noch wusste

Erstellt von perdian in IT Adventures am Juli 29th, 2008

Aus den Weiten des Usenets:

“Was sind Filme für Kleinbildkameras?”

“Einwegspeicherkarten für historische Kameras. ;-)

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Dann eben nicht

Erstellt von perdian in IT Adventures am Juli 3rd, 2008

Es gibt Community Profile, da fragt man sich: “Was soll das?”. Es gibt Community Profile, da denkt man sich: “Was für ein Blödsinn”. Und dann gibt es Community Profile, da vereinen sich diese beiden Eindrücke.

Ein immer wieder beobachtbarer Standardfall ist ein Satz wie dieser:

“Habe eine Flatrate und kann daher nicht immer sofort antworten.”

Was will uns der Künstler damit sagen?

Die Zeiten, dass eine Flatrate von technischer (und finanzieller) Überlegenheit zeugte und einen zum Early Adopter machte sind schon länger vorbei. Auch die Preise sind ins Bodenlose gerutscht. Ein virtuelles “Mein Auto, mein Boot, mein Haus” kann es also nicht (mehr) sein.

Ebenso erwartet kein vernünftiger Mensch, dass der Inhaber dieses Profils 24 Stunden am Tag online ist und nur darauf wartet bei der erstbesten Message sofort aufzuspringen und zu antworten.

Ist es also eine Selbstoffenbarung der Art “Onlinesüchtig aber von Mutter Natur hier und da für altmodische Dinge wie Essen, Schlafen, etc. dazu gezwungen den PC zu verlassen”?

Was auch immer es sein mag – der Informationsgehalt für den Leser liegt irgendwo ganz ganz nahe bei null.

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New economy

Erstellt von perdian in IT Adventures am Juni 4th, 2008

Viele Dinge werden irgendwann so normal, dass man sie gar nicht mehr wahrnimmt. Manchmal jedoch scheint der Einzug von moderner Technik so schnell zu gehen, dass das, was vor einer Generation noch Gang und Gebe war, heutzutage plötzlich (wieder) als die Innovation schlechthin erscheint:

was just thinking. my sister does -alot- of reading and spends like $1000 a year on just books alone. most of them she reads once then never looks at again. is there any kind of like… video rental store but for books? would make things alog cheapr, plus once one person has read one the next person can get enjoyment from it etc.

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Guilty as charged

Erstellt von perdian in IT Adventures am Mai 20th, 2008

Immer wieder wird man veblüfft was sich manch einer von seinem Arbeitgeber mit der Begründung “ich darf auf keinen Fall meine Stelle gefärden” gefallen lässt. Der neueste Auswuchs: Drogentest für IT-Beschäftigte.

Nur lasse ich mich ja gerne davon überzeugen, dass in bestimmten Berufe Mitarbeiter auf bestimmte Dinge getestet werden müssen. Ein Gesundheitszeugnis, das meinem Metzger bescheinigt TBC-frei zu sein ist sicherlich vollkommen gerechtfertigt. Doch einen Drogentest für alle diejenigen, die vor dem Rechner sitzen nur um sicherzustellen, dass sie auch garantiert nichts vom Wochenende “mitgenommen” haben? Das ist dann doch ein wenig mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Ich sehe die daraus folgende Diskussion bei einem Bewerbungsgespräch schon vor mir:

“Oh, sie gehen zweimal im Jahr Skilaufen?! Ja wissen Sie, da besteht eine nicht geringe Gefahr, dass Sie sich verletzen und dann würden Sie ja eine Weile für unser Unternehmen als Arbeitskraft ausfallen.”

“Sie essen also regelmäßig FastFood?! Das ist sehr schlecht für Ihre Gesundheit und das könnte irgendwann zu Erkrankungen führen, die Sie für längere Zeit ausser Gefecht setzen.”

Viel interessanter jedoch als Arbeitgeber, die auf solche Ideen kommen (probieren kann man es ja mal) sind allerdings die scheinbar persönlichkeitslosen Bewerber und Mitarbeiter, die so etwas tatsächlich auch noch mit sich machen lassen! Natürlich: Wer ausser PHP und ein bisschen HTML keinerlei Kenntnisse vorzuweisen hat muss sich Sorgen machen, dass er bei der Absage einer solchen Stelle keine weitere findet – doch er muss sich sowieso Sorgen machen sein “Wissen” über die falsche Technologie erworben zu haben.

Wer gefragt ist, gutes Wissen mitbringt, sich in seinem Fachgebiet auskennt wird auch einen vernünftigen Arbeitgeber finden. Einen, der einem auch ohne Drogentest vertraut, dass man die optimale Leistung für die Firma abliefert.

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Du kumms hier nich rein!

Erstellt von perdian in IT Adventures am Mai 7th, 2008

Es ist erstaunlich wie sehr man sich an manche Dinge gewöhnt und sie irgendwann als so selbstverständlich wahrnimmt, dass man sich kaum noch vorstellen kann, wie man selbst früher anders gelebt hat.

DSL-Anschlüsse sind so ein Fall. In den Anfangstagen meiner Online-Zeit (müsste so irgendwann um 1998 herum gewesen sein) war mein 33k Modem schon guter Durchschnitt – heute jammere ich schon herum, wenn ich auf einer Konferenz nur 4MBit an Datendurchsatz bekomme.

Ein anderer Fall ist Adblock. Seit meinem Umstieg vom IE auf Firefox (der damals noch Phoenix hieß) so ziemlich das wichtigste Plugin überhaupt. Wie sehr manche Seiten mit Werbung übersäht sind, wie vollgepflastert jede noch so kleine Ecke mit diversem Müll ist, wie viele Popups auch heute noch zu einem durchdringen wollen – alles das ist schon seit Jahren aus meinem Bewusstsein weitesgehend verschwunden. Umso verwirrter und überraschter ist man dann immer wieder, wenn auf einem fremden oder neuen System eben jenes Plugin noch nicht installiert ist – man glaubt auf einer fremden Seite gelanden zu sein, sieht doch alles anders und furchtbarer aus.

heise-online-werbung.jpg

Nichts gegen Versuche hier und da seine Verbraucherinformationen an den Mann zu bringen, aber wenn auf einer großen deutschen IT-Nachrichtenseite fast 50% aller Ressourcen klar als Werbung, Zählpixel oder sonstiger Unfug zu identifizieren sind kann man sich schon fragen, wie man eigentlich mit derartig viel Datenmüll leben kann ohne dass jemand am Ende der Leitung aufpasst und sagt “Du kumms hier nich rein!”

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Scope

Erstellt von perdian in IT Adventures am April 18th, 2008

“Das schöne am Internet ist, dass jeder daran mitwirken kann. Das schlimme am Internet ist, dass jeder daran mitwirken kann.”

Nun gut, diese Feststellung ist nicht neu. Mitwirken kann man im Internet – entgegen anderslautender Gerüchte – schon von Anfang an und nicht etwa erst seit aufkommen des Web 2.0 Hypes.

Die ein oder andere Perle ist sicherlich auch dabei. Brilliante Aufsätze, die sich in keinem “richtigen” Buch finden lassen. Doch machen wir uns nichts vor, der Großteil dessen, was an virtuellem Output produziert wird ist schlicht und ergreifend unterdurchschnitlich – “Loser generated content”. Je geekaffiner die Themen werden, je cooler das dahinterliegende Thema wirkt, desto oberflächlicher und wirrer wird jedoch oftmals der Text selbst. Ein Beispiel, das ich heute im WWW entdeckt habe: Tutorial Spieleprogrammierung. Auf zwei A4-Seiten wird da mal eben locker runtergerasselt, was man nicht alles braucht um ein Game zu entwickeln.

Programmierkenntnisse – klar, sonst komme ich überhaupt nicht weiter. Doch Informationen, was sich dahinter verbirgt? Fehlanzeige. Eine Engine – ohne die geht es ja überhaupt nicht. Doch Informationen warum jedoch eine solche Abstraktionsschicht sinnvoll ist? Auch hier wieder: Fehlanzeige.

Zwei exemplarische Beispiele – es gibt noch eine Reihe weiterer. Alles in allem: Für eine allgemeine Betrachtungsweise viel zu spezifisch, für eine detailierte Erklärung viel zu dünn. Für keinen Lesertyp auch nur annähernd brauchbar – mal abgesehen vom Skriptkiddie um die Ecke, der eigentlich sowieso nicht wirklich wissen will worum es geht sondern lediglich ein paar Buzzwords aufschnappen will.

“Krass Alta, voll die Engine!”

Wer also glaubt so etwas könnte zur Sammlung allen menschlichen Wissens einen positiven Beitrag leisten muss auch von Formaten wie Planetopia online geradezu gefesselt sein. Vielleicht sollte man es da eher mit Peter Lustig halten, der bekannterweise am Ende jeder Löwenzahnsendung den genial Tipp gab:

“Abschalten!”

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Wenigstens nicht allein

Erstellt von perdian in IT Adventures am März 27th, 2008

Das schöne am Internet ist, dass es jedem die Möglichkeit gibt zu jedem beliebigen Thema seine Meinung zu hinterlassen. Das schlimme am Internet ist, dass viel zu viele Leute diese Möglichkeit auch nutzen – besonders da, wo es vollkommen unangebracht ist.

Je weniger technikaffin ein Forum oder eine Webseite ist, desto absurder werden Antworten auf Postings mit Titeln wie “Hackerangriff auf das Forum” oder “Hilfe, mein Laptop macht komische Geräusche”. Es geht dann gar nicht mehr um das eigentliche Thema, es geht gar nicht mehr darum etwas konstruktive einzubringen, es geht nur noch darum irgendwas zu schreiben.

“Ich habe zwar keine Ahnung von XYZ, aber…”

Weiter brauch man einen solchen Satz überhaupt nicht zu lesen – auch wenn er sich über Absätze ersreckt. Es werden Vermutungen angestellt (“Es könnte natürlich auch sein, dass…”), es werden Hoffnungen an die allmächtige und allwissende OpenSource Community gerichtet (“… aber bestimmt gibt es da ein Tool für, dass…”) und nicht zuletzt werden Referenzen angeführt, die jede sachliche Diskussion bzw. jeden Hinweis komplett überflüssig machen (“… aber ein Schwager des Großonkels einer Bekannten meines Arbeitskollegen hatte mal ein ähnliches Problem”).

Diesen Glaskugelspielereien folgt dann in den allermeisten Fällen trotzdem nur die ernüchternde Feststellung “aber geholfen hat auch das leider nichts”.

Wunderbar! Wir sind dem Problem kein Stückchen näher gekommen, wir haben keinerlei Lösungsansätze präsentiert aber gut, dass wir drüber gesprochen haben. Wenigstens steht nun fest: Da ist jemand mit seinem Problem nicht alleine.

Als Abschluss bleibt nur das vielleicht beste Zitat von Dieter Nuhr überhaupt:

“Wenn man keine Ahnung hat – einfach mal Fresse halten”

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Passed!

Erstellt von perdian in IT Adventures am Januar 7th, 2008

Ab und an wird man tatsächlich noch überrascht. Ein eigentlich ganz interessanter Bericht auf Channel9 berichtet darüber, dass der kommende IE8 den Acid2-Test bestanden hat. Normalerweise beteilige ich mich nicht am üblichen Microsoft-Bashing, aber hier kommt einem schon der Gedanke: Das hat aber lange gedauert. MS-Techniker, die über die Vorteile von Standards (auch im Web) reden. MS-Techniker, die darüber “philosophieren”, dass der Webentwickler nicht eine Seite für unterschiedliche Browser optimieren will, dass Standardisierung “absolutely crucial” ist – alles das weiß die restliche (Entwickler-)Welt bereits seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten.

Doch driften wir nicht ins bashen ab und freuen uns stattdessen, dass sich diese Einsicht (endlich!) auch beim Software-Marktführer durchgesetzt hat.

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