Mit neuen Technologien ist das immer so eine Sache. Jeder erzählt einem, wie einfach doch dieses neue Gimmick ist, wie viel man damit machen kann, dass wir damit den Hunger in Afrika bekämpfen können, und und und…
Als jemand mit gesundem Menschenverstand filtert man sich aus dem ganzen Gesülze ein paar tatsächlich brauchbare Informationen heraus, nutzt diese und alles ist in Ordnung. Doch bei manch einer – sagen wir marketinggetriebenen Unterordnung der menschlichen Spezies scheint es genau andersherum zu laufen. Das tatsächlich wichtige ist unnötiger Ballast, der ganze Hype drumherum ist das wirklich interessante.
So geschehen vor einigen Jahren mit Wikipedia. Eine namentlich hier nicht näher bezeichnete Person X erfuhr, dass man über Wikipedia eine ganze Reihe an Informationen erhalten kann. Das Marketing-Zentrum im Großhirn lief daraufhin zur Hochform auf und sendete an alle internen und externen Empfänger nur noch eine Nachricht: “Unsere neue Webseite ist jetzt online. Maximale Verbreitung dieser Information ist anzustreben”.
Jetzt kombinieren wir die letzten beiden Punkte und die logische Schlussfolgerung drängt sich nahezu auf: Wikipedia ist die ideale Werbeplattform! Erklärungsversuche, dass so etwas plumpes in Nullkommanix durch die Community entdeckt und behoben werden würde blieben ungehört.
Letzten Endes scheiterte es an etwas ganz anderem.
Zur Änderung von Inhalten der Wikipedia muss man schließlich wissen, wie man ein Wiki bedient und mit welchen Mitteln man einen Link setzt. Zugegeben, sowas ist innerhalb von fünf Minuten entweder durch kurzes Lesen der Dokumentation oder durch pures Abgucken der bisher hinterlegten Informationen erledigt. Aber es sind eben fünf Minuten, in denen man sich mit dem “Ding”, was da vor einem liegt beschäftigen muss.
Und dafür war Person X dann scheinbar zu ungeduldig.
Tja – und so wartet die Welt noch immer…